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01.02.2012 10:36

Neues Forschungsprojekt: Die Reformation im östlichen Niedersachsen

Beate Hentschel Presse, Kommunikation und Marketing
Georg-August-Universität Göttingen

    Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen in einem Forschungsprojekt die neu geschaffenen Verwaltungen und Gerichte der Evangelischen Kirche nach der Einführung der Reformation im östlichen Niedersachsen. Anhand von mehr als 15.000 Seiten Sitzungsprotokollen wollen die Wissenschaftler die Arbeit des Konsistoriums im damaligen Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel analysieren.

    Pressemitteilung Nr. 16/2012

    Neues Forschungsprojekt: Die Reformation im östlichen Niedersachsen
    Göttinger Historiker untersuchen kirchliche Verwaltungen und Gerichte – 15.000 Seiten Protokolle

    (pug) Wissenschaftler der Universität Göttingen untersuchen in einem Forschungsprojekt die neu geschaffenen Verwaltungen und Gerichte der Evangelischen Kirche nach der Einführung der Reformation im östlichen Niedersachsen. Die kirchlichen Leitungsgremien, sogenannte Konsistorien, sollten die Einhaltung des neuen Glaubens fördern und überwachen. Anhand von mehr als 15.000 Seiten Sitzungsprotokollen wollen die Wissenschaftler die Arbeit des Konsistoriums im damaligen Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel analysieren. Das Projekt „Kirchenherrschaft als Aushandlungsprozess – Die Arbeit des Konsistoriums im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel 1568 bis 1617“ ist am Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen angesiegelt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Vorhaben zwei Jahre lang mit insgesamt 200.000 Euro.

    Im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel wurde die lutherische Lehre 1568 offiziell eingeführt. Damit begannen jahrzehntelange Anstrengungen der Evangelischen Kirche, die neuen Glaubensinhalte und Verhaltensregeln in der Bevölkerung zu verankern. „Akteure waren dabei nicht nur die Pfarrer in den Gemeinden vor Ort“, erläutert Projektleiter Dr. Arne Butt. „Die Einhaltung der Kirchenordnung bedurfte einer dauerhaften Kontrolle des Konsistoriums. Uns interessiert dabei zum einen, wie das Gremium seine Macht nach außen wahrnahm, und zum anderen, wie im Gremium selbst Diskussionen geführt und Entscheidungen getroffen wurden.“ Die Sitzungsprotokolle des Konsistoriums wurden im Vorfeld des Projektstarts inhaltlich erschlossen. „Dadurch ist es nun erstmals möglich, die alltägliche Ausübung von Kirchenmacht systematisch zu untersuchen“, so Dr. Butt.

    Wurden die Grundsätze und Verhaltensweisen des neuen Glaubens nicht eingehalten, reagierte das Konsistorium in der Regel mit einer strikten Anwendung der Kirchengesetze. Gleichzeitig arrangierte es sich aber auch vielfach mit gegebenen Machtverhältnissen, Traditionen und althergebrachten Rechten. „Wir erhoffen uns neue Erkenntnisse über die Einflussmöglichkeiten zentraler Einrichtungen in den frühneuzeitlichen Fürstentümern und damit über die Reichweite fürstlicher Macht“, so Prof. Dr. Arnd Reitemeier, Direktor des Instituts für Historische Landesforschung.

    Kontaktadresse:
    Dr. Arne Butt
    Georg-August-Universität Göttingen
    Philosophische Fakultät – Institut für Historische Landesforschung
    Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-13536
    E-Mail: arne.butt-1@phil.uni-goettingen.de


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-goettingen.de/de/98294.html Institut für Historische Landesforschung


    Bilder

    Protokoll eines Generalkonsistoriums aus dem Jahr 1581, Landeskirchliches Archiv Wolfenbüttel.
    Protokoll eines Generalkonsistoriums aus dem Jahr 1581, Landeskirchliches Archiv Wolfenbüttel.
    Quelle: Foto: Universität Göttingen

    Dr. Arne Butt
    Dr. Arne Butt
    Quelle: Foto: Universität Göttingen


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie, Kulturwissenschaften, Philosophie / Ethik, Politik, Religion
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Protokoll eines Generalkonsistoriums aus dem Jahr 1581, Landeskirchliches Archiv Wolfenbüttel.


    Zum Download

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    Dr. Arne Butt


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