Im BMWi-Förderprojekt eBusInstand entwickelte IT-Referenzlösungen wurden im Pilotbetrieb mit Instandhaltungsdienstleistern erprobt / Am 20. Januar 2011 um 10:45 h berichten Infraserv Höchst und Lieferant Zoth auf der RKW-Fachtagung "Digitales Planen, Steuern und Bauen" parallel zur BAU 2011 in München über ihre Erkenntnisse beim praktischen Einsatz / Durch die effizienteren administrativen Prozesse werden Einsparungen von bis zu 200 Euro pro Auftrag erwartet
Neue Möglichkeiten, Instandhaltungsdienstleistungen in die elektronischen Beschaffungs- und Abrechnungssysteme von Bauhandwerk und Industrie einzubinden, hat das BMWi-Förderprojekt eBusInstand geschaffen. Die im Projekt entwickelten IT-Referenzlösungen und Erkenntnisse sind im Pilotbetrieb mit den Anwendungspartnern Infraserv Höchst und Audi sowie ihren Instandhaltungsdienstleistern gemeinsam mit den IT-Lösungsanbietern POET AG und BASF IT Services anhand typischer Praxisbeispiele erfolgreich erprobt worden. Am 20. Januar um 10:45 h berichten die Projektpartner Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, Frankfurt, und Zoth GmbH & Co KG, Westernohe, in einem Vortrag auf der RKW-Fachtagung „Digitales Planen, Steuern und Bauen“ über ihre Erkenntnisse beim praktischen Einsatz der IT-Referenzlösungen. Durch die neue elektronische Abwicklung, so ihre Schätzungen, sind Einsparungen in Höhe von bis zu 200 Euro pro Instandhaltungsauftrag realistisch. Aktuell werden die Prozessanalysen hinsichtlich noch vorhandener Schwachstellen vom FZI ausgewertet und die Einsparpotentiale in den betrachteten Anwendungsfällen gemeinsam mit Zoth konkret berechnet.
Die kostenlos angebotene Tagung des RKW (Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V.) findet am Donnerstag, 20. Januar 2011, von 10:30 bis 13:15 h parallel zur BAU 2011 im ICM (Internationales Congress Center München) auf dem Messegelände München im Saal 2 statt. Der eBusInstand-Vortrag beginnt um 10:45 h. Anmeldung zur Tagung und weitere Informationen über die Homepage des RKW-Kompetenzzentrums: http://www.rkw-kompetenzzentrum.de/veranstaltungen, Link: "Alle Veranstaltungen". Ausführliche Informationen zu eBusInstand sind unter http://www.ebusinstand.de/bereitgestellt.
„Das Bauhandwerk hat mit den Richtlinien des Gemeinsamen Ausschusses Elektronik im Bauwesen (GAEB) bereits einen einheitlichen Standard für den Austausch von Bauinformationen vereinbart. GAEB ist weit verbreitet für den elektronischen Datenaustausch bei der Durchführung von Baumaßnahmen - von der Ausschreibung über Vergabe bis hin zur Abrechnung. Allerdings dominiert im GAEB-Format die Sicht auf das Leistungsverzeichnis“ sagt Dr. Peter Weiß, Leiter des Projekts eBusInstand am FZI Forschungszentrum Informatik. Die im Rahmen der Entwicklungen durchgeführte Erweiterung der eCl@ss-Klassifikationsstruktur sorgt dafür, dass Dienstleistungen in Zukunft nicht nur traditionell in Leistungsverzeichnissen beschrieben, sondern auch in elektronischen Katalog- und Bestellsystemen standardisiert und harmonisiert angeboten werden können. Auf diese Weise können Dienstleistungen in Katalogen als Standardangebot zusammengefasst und zur „Selbstbedienung nach Bedarf“ bereitgestellt werden. „Wir sind mit eBusInstand angetreten zu beweisen, dass eBusiness auch für die Abwicklung von baunahen Instandhaltungsdienstleistungen auf Basis von bestehenden IT-Systemen, wie bspw. Katalogbestellsysteme oder SAP, durch den gezielten Einsatz von E-Business Standards durchgängig möglich ist“, so Weiß. "Unser erklärtes Ziel war es, eine durchgängige elektronische Abwicklung von dienstleistungsbezogenen Beschaffungstransaktionen ohne Medienbrüche zwischen Kunde und Lieferant zu unterstützen“.
In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekt haben die 14 Entwicklungspartner nun gemeinsam die Voraussetzungen und zwei IT-Referenzlösungen für die Einbindung von Instandhaltungsdienstleistungen in die elektronischen Beschaffungs- und Abrechnungssysteme der Industrie und ihrer Zulieferer geschaffen. Dabei wurden Probleme bei der Einbindung von Montage-, Reparatur- und Wartungsdienstleistungen analysiert und in Form von standardisierten, elektronischen Abläufen für Beschaffungs- und Abrechnungssysteme gelöst. Der standardisierte elektronische Geschäftsverkehr bezieht auch die Materialstammdaten ein, die mit den Stammdaten für Dienstleistungen und Objekte in Beziehung gesetzt werden.
Die Referenzprozesse, die in Softwarelösungen der Projektpartner POET AG und BASF IT Services umgesetzt wurden, decken alle Phasen der administrativen Abwicklung ab: von der interaktiven Erstellung und Bearbeitung von Leistungsverzeichnissen und Katalogen, Anfragen und Angeboten, dem Ausschreibungsprozess und Vertragsabschluss bis zur Leistungserfassung und Abrechnung. Damit ist die Basis für einen durchgängigen, standardisierten Einkauf für Dienstleistungen gelegt. eBusInstand bietet Handlungsempfehlungen und Lösungswege, wie Instandhaltungsdienstleistungen in Leistungsverzeichnissen und elektronischen Katalogen beschrieben und an vorhandene IT-Systeme angebunden werden können. Die einzelnen Phasen der Referenzprozesse werden gezielt durch Verfahren und Werkzeuge unterstützt.
POET und BASF IT-Services bieten ihre Softwarelösungen auf dem Markt an. Das Novum: Sie haben sich im Projekt eBusinstand mit den wissenschaftlichen Partnern, den Industriepartnern und dem Standardisierungsverein eCl@ss e.V. auf ein gemeinsames Vorgehen und Standards, insbesondere auf ein gemeinsames elektronisches Austauschformat (eBuS-XML), geeinigt.
Insbesondere große Industrieunternehmen sind daran interessiert, künftig nicht mehr nur Büromaterial und andere Verbrauchsgüter elektronisch einkaufen zu lassen. Somit rückt für sie die Beschaffung von industriellen Dienstleistungen (insbes. Instandhaltung) in den Fokus der Überlegungen. Das mag auch damit zusammenhängen, dass die Procurement-Plattformen bislang nur mäßig ausgelastet sind und die anvisierten möglichen Einspar- und Wertschöpfungseffekte nur teilweise eintreten.
Projektwebseite eBusInstand: http://www.ebusinstand.de
Weitere Informationen:
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10–14, 76131 Karlsruhe
Ansprechpartner Projekt eBusInstand:
Dr. Peter Weiß
Telefon:+49 721 9654-604
E-Mail: weiss@fzi.de
Ansprechpartnerin für die Presse:
Johanna Barsch,
FZI Corporate Communications
Telefon:+49 721 9654-904
E-Mail: barsch@fzi.de
Internet: http://www.fzi.de
Über das FZI Forschungszentrum Informatik
Das FZI ist eine Einrichtung des Landes Baden-Württemberg und der ehemaligen Universität Karlsruhe (TH), jetzt Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in der Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung bürgerlichen Rechts. Es hat die Aufgabe, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie aus Informatik, Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verfügbar zu machen. In Kooperationsprojekten und in Auftragsforschung entwickelt das FZI für seine Geschäftspartner Konzepte für betriebliche Organisationsaufgaben sowie Software- und Systemlösungen und setzt diese in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse um. Wissenschaftliche Exzellenz und Interdisziplinarität sind in der Organisation verankert: Für den Technologietransfer engagieren sich am FZI Professorinnen und Professoren, die am KIT und weiteren Universitäten in verschiedenen Disziplinen Informatik und ihre Anwendungen erforschen. Das FZI ist Innovationspartner des KIT, das aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe (TH) mit dem Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) entstanden ist.
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists
Construction / architecture, Economics / business administration, Electrical engineering, Energy, Information technology
transregional, national
Research results, Transfer of Science or Research
German

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