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Pressemitteilung

„Forschendes Lernen“ an der RUB: Sechs Projekte werden gefördert
Dr. Josef König
 
Pressestelle

Ruhr-Universität Bochum
24.06.2010 13:15
Motto: Mehr Eigenständigkeit für Studierende
RUB-Bachelor-Studiengänge werden weiterentwickelt

Forschend lernen sollen die Studierenden der RUB vom ersten Semester an. Sechs innovative Projekte setzen dieses Ziel vorbildlich um und werden daher im Rektoratsprogramm „Forschendes Lernen“ gefördert. Ob studentische Philosophie-Tagung, integrierte Projektarbeit, praktische Matheprobleme oder Experimente im Online-Labor, immer geht es darum, dass Studierende eigenständig forschen. „Dazu tragen die Projekte bei, die über die fachintern üblichen Grenzen der Lehre hinausgehen und Vorbildcharakter haben“, erklärt Prof. Dr. Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre, Medien und Weiterbildung der RUB.
Das Programm „Forschendes Lernen“ wird aus Studienbeiträgen finanziert.

PhiloKompakt

Im Projekt PhiloKompakt werden im Wintersemester 2010/11 fortgeschrittene Bachelorstudierende der Philosophie zu ausgewählten Themen mehrtägige Kompaktveranstaltungen planen und durchführen. Mentoren aus dem Kreis der Lehrenden stehen ihnen dabei beratend zur Seite. Zusätzlich sollen ausgewiesene Spezialisten vom RUB-Campus sowie von auswärts eingeladen werden, und neue Formen der Vermittlung wie Streitgespräch, Interview, Poster-Präsentation, zum Einsatz kommen.

Forschen studieren und international studieren im Optionalbereich

Forschen und international studieren werden die Teilnehmer eines „Intensive Track“ im Optionalbereich während des 2-Fach-Bachelor-Studiums. Überfachliche Schlüsselqualifikationen sollen durch die langfristige und intensive Arbeit an einem Projekt vermittelt werden, und das ohne Beeinträchtigung der bewährten Studienstruktur. Im Vordergrund steht nicht die Vertiefung oder Erweiterung der Grundlagenausbildung im Fach, sondern die Entwicklung von übergreifenden, methodischen, kommunikativen und persönlichen Kompetenzen, die Studierenden für ihre weitere berufliche und persönliche Entwicklung nützen können. Der Optionalbereich erhält damit eine neue Kontur: Die Module des „Intensive Track“ umfassen ein gesamtes Semesters und integrieren Teile des Optionalbereichs, die bisher nur unabhängig voneinander studiert werden konnten. Gefördert werden Teilprojekte für die nächsten zwei Jahre.

MP2: Mathe/Plus/Praxis

Schwund- und Abbruchquoten in ingenieurwissenschaftlichen Fächern senken soll Mathe/Plus/Praxis, ein vom Stifterverband gefördertes Projekt mit einer Laufzeit von zwei Jahren. In zwei Modellansätzen werden die Mitarbeiter der Fakultät für Mathematik den Studierenden des Maschinenbaus schon früh im ersten und zweiten Semester in Mathe entweder eine intensive strukturierte Betreuung (Mathe/Plus) oder ein Praxisprojekt (MathePraxis) anbieten. Studierende, die mit Lücken in Mathe an die RUB kommen, sollen so aufschließen, Studierende, die zwar gute Grundkenntnisse haben, denen aber die Motivation fehlt, sollen anhand von praktischen Problemen erkennen, wofür Mathe gut ist. Um mehr Studierenden die Teilnahme an Mathe/Praxis zu ermöglichen, erhält die Fakultät für Mathematik zusätzliche Mittel aus dem Förderprogramm.

ViChemLab

Praktische Laborerfahrung in englischer Sprache bietet das ViChemLab als zusätzliches Angebot der Bachelor-Studiengänge Maschinenbau, Sales Engineering and Product Management und Umwelttechnik & Ressourcenmanagement an der Fakultät Maschinenbau. Der Lehrstuhl für Fluidverfahrenstechnik baut eine Internetplattform für virtuelle verfahrenstechnische Versuche auf. Die Studierenden wählen dann selbst die Versuchsstrategie, stellen die Parameter auf der Plattform ein und verfolgen nicht nur „live“, wie sich die Messwerte verändern, sondern beobachten auch direkt die Anlage über eingespielte Videosequenzen. Alle Einstellungen und Messergebnisse stehen im Anschluss für die Auswertung in Form von Messprotokollen zur Verfügung.

Forschend studieren in der Sportwissenschaft

Die Forschungsanteile verschiedener Seminare des Bachelor-Studiums Sportwissenschaft zu bündeln und didaktisch neu zu konzipieren ist Ausgangspunkt eines neuen, intensiven Forschungsmoduls. Die Teilnehmer bearbeiten dabei selbst ausgewählte Themenfelder. Sie entwerfen eigene Projektideen und entwickeln sie weiter bis zur fertigen Publikation oder Präsentation und bis zum Projekt für das sportwissenschaftliche Schülerlabor. Die thematische Erarbeitung erfolgt überwiegend in Kleingruppen, die von fortgeschrittenen Masterstudierenden und Doktoranden betreut werden. Höhepunkt ist die Teilnahme an einem internationalen Fachkongress. Das Projekt beginnt im kommenden Wintersemester und läuft 18 Monate.

Komparatistik Selbstlerninstrument Vorlesung

Die Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft wird die „Einführung in die Komparatistik“ in ein modulares und interaktives Lehr-/Lernmodell verwandeln. An die Stelle einer bisher vierstündigen Präsenzveranstaltung tritt ein modulares Konzept mit zwei Komponenten: Eine Vorlesungsreihe, in der das fachliche Grundwissen komprimiert und didaktisch innovativ vermittelt wird, dient als Selbstlerninstrument. Das theoretische Wissen vertiefen die Studierenden in einer propädeutischen Übung, wo sie es in erste wissenschaftliche Erfahrungen umsetzen. Start soll im Wintersemester 2011/12 sein.

Zukunftskonzept Lehre

Ziel für die Bachelor-Studiengänge ist es, dass Studierende neben aktuellem Fachwissen vor allem Urteilskraft, Eigenständigkeit und Verantwortungsbewusstsein und eine Wertschätzung für andere Disziplinen erwerben. Deshalb hat die RUB das Prinzip des Forschenden Lernens in ihrem Zukunftskonzept Lehre verankert. Es fördert die Neugier durch eigene Forschung oder Mitwirkung an Projekten und einen problemorientierten Zugang. So sollen die Studierenden praktisch mit wissenschaftlichen Arbeits- und Denkweisen vertraut werden. In der Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden ist forschendes Lernen in disziplinäre und interdisziplinäre Diskurse eingebunden, die kritisch-konstruktiv dazu beitragen, das individuelle Wissen in einen Gesamtzusammenhang zu setzen, zu erweitern, zu bestätigen bzw. zu korrigieren. Eine neue Ausschreibung des Förderprogramms „Forschendes Lernen“ ist in Vorbereitung.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Uta Wilkens, Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24745
prorektor-lehre@rub.de

Redaktion: Meike Drießen
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
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