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PressemitteilungKirchliche Praktiker erhalten mit geistreich.de ein Wiki für Handlungswissen.
Tanja Vogel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Institut für Wissensmedien - Knowledge Media Research Center 20.05.2010 10:37
Eine neuartige Plattform zum Wissensmanagement haben Forscher des Tübinger Instituts für Wissensmedien und der FernUniversität Hagen in Kooperation mit der Evangelischen Kirche Deutschland für kirchliche Praktiker entworfen. Pünktlich zu Pfingsten geht die Plattform heute online.
Tübingen, 20.05.2010.
Internetbasierte Technologien wie Wikis, Foren und Web-Communities ermöglichen einen gemeinsamen Austausch von Wissen und Erfahrungen. Das Projekt „Patterns and Tools for Non-Governmental Organizations“, kurz Patongo, erforscht den Wissensaustausch mit Hilfe dieser sogenannten Web 2.0-Technologien. Die FernUniversität Hagen (FUH), die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) und das Institut für Wissensmedien (IWM)haben darin gemeinsam eine Internetplattform entwickelt,auf der kirchliche Praktiker bewährte Abläufe und Aufgaben beschreiben,lesen und weiter entwickeln können. Zu Pfingsten geht diese unter http://www.geistreich.de online. Den stark vorhandenen Wunsch nach inhaltlichem Austausch und persönlicher Vernetzung bei kirchlichen Praktikern belegt eine 2009 durchgeführte Studie des IWM unter 238 Hauptamtlichen und 164 Ehrenamtlichen der EKD. Obwohl über die Hälfte der Praktiker ihre Erfahrungen für sich selbst dokumentieren, machen weniger als 10 % ihre Erfahrungen anderen im größeren Rahmen, wie z.B. in geschützten Communities im Internet, zugänglich. Der Austausch über die kirchliche Arbeit findet bislang vor allem persönlich mit Freunden und Kollegen statt. Diese Ergebnisse spiegeln ein Problem vieler dezentraler Organisationen wider: ein großer Wissensschatz schlummert in Köpfen, Schubladen, auf privaten Computern oder allenfalls in gemeinsamen Ordnern von Arbeitsteams. Mit http://www.geistreich.de zielt eine Plattform erstmals bewusst auf den Austausch von praktischem Handlungswissen. „Handlungswissen ist oft implizit“, räumt Prof. Dr. Ulrike Cress vom Institut für Wissensmedien ein. „Wenn jemand seit Jahren gute Traugespräche führt oder mit seiner Chorleitung Sänger motiviert, kann es schwer sein zu beschreiben, was die eigene Arbeit ausmacht.“ Um die Erfassung alltäglicher Erfolgsfaktoren zu erleichtern, bedient sich die Plattform deshalb bestimmter Eingabestrukturen, sog. „Patterns“. Sie sollen gezielt die Reflexion der eigenen Handlung anregen. Bei den Nutzern kam diese Vorstrukturierung in ersten Vorstudien gut an. „Patterns werden bereits in der Softwareentwicklung und in der Didaktik angewendet. Wissenschaftlich wurde jedoch bislang nicht systematisch untersucht, ob sie den Austausch allgemein, und besonders den Austausch von Handlungswissen erleichtern“ so Cress. Das IWM wird diese Forschungslücke innerhalb der nächsten zwei Jahre schließen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt Patongo (http://www.patongo.de) folgt dem Trend, Lernen nicht mehr nur in klassischen Kontexten wie Schule oder Universität zu verorten. „Internetbasierte Netzwerke, in denen Wissen ausgetauscht wird, prägen bereits den Alltag vieler Menschen“, so Cress. Dies hat großes Potenzial für individuelles Lernen und die Entwicklung einer Organisation.“ Web 2.0-Technologien vertrauen dabei der sogenannten „Weisheit der Massen“, die gemeinsam mehr und innovativeres Wissen schaffen kann als einzelne Experten. Cress und ihre Kollegen gehen davon aus, dass sich Organisationen auf diese Weise aus sich heraus erneuern und weiterentwickeln können. Eine solche Entwicklung erhofft sich auch die EKD im Zuge ihres Reformprozesses „Kirche im Aufbruch“ von der neuen Plattform. Kontakt & weitere Information: Prof. Dr. Ulrike Cress Institut für Wissensmedien, Konrad-Adenauer-Str. 40, 72072 Tübingen Tel.: 07071/ 979-209, Fax: 07071/979-124, E-Mail: u.cress@iwm-kmrc.de Tanja Vogel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Institut für Wissensmedien, Konrad-Adenauer-Str. 40, 72072 Tübingen Tel.: 07071/ 979-261, Fax: 07071/979-100, E-Mail: t.vogel@iwm-kmrc.de Das Institut für Wissensmedien Das Institut für Wissensmedien (IWM) in Tübingen erforscht das Lehren und Lernen mit digitalen Technologien. Rund 45 Wissenschaftler/-innen aus Kognitions-, Verhaltens- und Sozialwissenschaften arbeiten interdisziplinär an Forschungsfragen zum individuellen und kooperativen Wissenserwerb in medialen Umgebungen. Seit 2009 unterhält das IWM gemeinsam mit der Universität Tübingen Deutschlands ersten WissenschaftsCampus zum Thema „Bildung in Informationsumwelten“. Für nähere Informationen besuchen Sie uns im Internet unter http://www.iwm-kmrc.de sowie unter http://www.wissenschaftscampus-tuebingen.de. Die Leibniz-Gemeinschaft Das IWM ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, zu der 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung gehören. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Die Institute beschäftigen mehr als 14.000 Mitarbeiter/-innen. Sie werden gemeinsam von Bund und Land gefördert. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de. URL dieser Pressemitteilung: http://www.idw-online.de/pages/de/news370434
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Informationstechnik, Psychologie, Religion
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte Deutsch
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