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PressemitteilungArchäologen erforschen Siedlungsbund in der Türkei
Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Julius-Maximilians-Universität Würzburg 23.05.2006 15:59
In der Türkei: Blick vom Heiligtum Kastabos auf die Ebene von Bybassos. Dort erforscht der Archäologe Winfried Held eine antike griechische Siedlung.Foto: N. Röring Mit einem archäologischen Feldforschungsprojekt in der Türkei ist die Uni Würzburg an einem neuen Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beteiligt. Dabei geht es um Tradition und Wandel in den antiken griechischen Stadtstaaten.
Der Würzburger Archäologe Winfried Held untersucht die Siedlungsstruktur, die politische Struktur und die Wirtschaftsgeschichte im Nordteil der Karischen Chersones, der heutigen Bozburun-Halbinsel im äußersten Südwesten der Türkei. In der Antike war die Halbinsel als Bund von etwa 20 kleineren Siedlungen organisiert, die kein städtisches Zentrum hatten.
"Diese dezentrale Struktur steht im Gegensatz zu den griechischen Stadtstaaten, ist jedoch für das einheimische Volk der Karer eine typische, wenn auch archäologisch bisher kaum untersuchte Siedlungsweise", erklärt Held. In seinem Untersuchungsgebiet liegt mit Bybassos eine dieser Siedlungen, eine zweite hat er 2005 entdeckt. Der Forscher interessiert sich besonders für das einsam im Bergland gelegene Heiligtum Kastabos, das vermutlich als politisches Zentrum der Chersonesier fungierte. Die Entdeckung vom vergangenen Jahr gelang Held bei einer kleineren Erkundungskampagne, die ihm durch eine Anschubfinanzierung der Universität ermöglicht wurde. Die Ergebnisse waren offenbar so ermutigend, dass die DFG die neuen Forschungen nun für zunächst zwei Jahre finanziert. Die geplante Laufzeit beträgt sechs Jahre. Das Projekt findet in Kooperation mit dem Institut für Klassische Archäologie der Ege-Universität Izmir statt. Das international besetzte Forschungsteam umfasst außer Archäologen auch Geodäten von der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Architekten von der Technischen Uni Cottbus, einen Geophysiker aus Belgien sowie türkische und deutsche Studierende. Das Vorhaben knüpft an eine Untersuchung im benachbarten Loryma an, die Held von 1998 bis 2001 ebenfalls durch Drittmittel der DFG finanziert bekam. Weitere Informationen: PD Dr. Winfried Held, T (0931) 31-2868, Fax (0931) 31-2507, E-Mail: winfried.held@mail.uni-wuerzburg.de URL dieser Pressemitteilung: http://www.idw-online.de/pages/de/news161002
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie
überregional
Forschungsprojekte Deutsch
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