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PressemitteilungEinzige Rekonstruktion des "Kenyanthropus platyops" jetzt im Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Dr. Sybille Wüstemann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Hessisches Landesmuseum Darmstadt 25.08.2005 14:04
"Hominidenfamilie". Oberste Reihe, von links nach rechts: Kenyanthropus platyops, Homo neanderthalensis; mittlere Reihe, von links nach rechts: Australopithecus afarensis, Paranthropus boisei, Homo habilis; untere Reihe, von links nach rechts: Australopithecus africanus, Homo erectus, Australopithecus anamensis, Homo rudolfensis. Plastische wissenschaftliche Rekonstruktionen: Atelier WILDLIFE ART, W. Schnaubelt & N. Kieser für Hessisches Landesmuseum DarmstadtFoto: Wolfgang Fuhrmannek (Hessisches Landesmuseum Darmstadt) Kenyanthropus platyops. Plastische wissenschaftliche Rekonstruktion: Atelier WILDLIFE ART, W. Schnaubelt & N. Kieser für Hessisches Landesmuseum DarmstadtFoto: Wolfgang Fuhrmannek (Hessisches Landesmuseum Darmstadt) Die erste und einzige lebensechte Kopfrekonstruktion eines "Kenyanthropus platyops" ist ab dem 26. August 2005 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt zu sehen. Damit erweitert das Haus seine schon jetzt europaweit größte Sammlung von Büsten urzeitlicher Menschen-Verwandten ("Hominiden") auf insgesamt neun Exponate.
Das neue Kenyanthropus-Modell bietet ein Abbild jenes Vormenschen, dessen Existenz erst seit wenigen Jahren bekannt ist: 1998 und 1999 hatte ein Team um die Paläoanthropologin Meave Leakey am Westufer des Turkanasees in Kenia ein Oberkieferfragment sowie einen unvollständigen, aber gut erhaltenen Schädel gefunden, der von einer neuen, eigenen Art stammen musste. In der ergänzten Schausammlung des Hessischen Landesmuseums können sich Besucher nun ein eigenes Bild von dem "flachgesichtigen Keniamenschen" machen (platus (gr.) = flach; opsis (gr.) = Gesicht), der vor 3,2-3,5 Millionen Jahren als Zeitgenosse des "Australopithecus afarensis" lebte und beweist, dass "Lucy" nicht allein war.
"Kenyanthropus platyops" zeichnet sich durch ein Bündel von Eigenschaften aus, die für sich betrachtet auch bei anderen Hominiden vorkommen, in ihrer Kombination jedoch einzigartig sind: Wie "Australopithecus anamensis" und "Australopithecus afarensis" verfügt er über ein kleines, schimpansengroßes Gehirn, während ihn fortschrittlichere Merkmale (Jochbein und eine hohe Wangenregion) in die Nähe des Urmenschen "Homo rudolfensis" rücken. In der direkten Zusammenschau aller Modelle bietet sich in der Geologisch-Paläontologischen & Mineralogischen Sammlung des Hessischen Landesmuseums fortan die Gelegenheit, diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede nachzuvollziehen. Die Rekonstruktion wurde unter der wissenschaftlichen Betreuung von Meave Leakey (National Museums of Kenya) und ihrem Kollegen Fred Spoor (University College London) mit Wolfgang Schnaubelt und Nina Kieser von "Wild Life Art" realisiert. Als Vorlage diente ein Schädelabguss, der aufgrund der langen Lagerung jedoch zunächst mittels Laserstrahlen gerastert und per Computer symmetrisch ausgerichtet werden musste. Eine ganzseitige Abbildung der Kenyanthropus-Rekonstruktion veröffentlicht "GEO kompakt" in seiner kommenden vierten Ausgabe. Erscheinungstermin des Heftes ist der 15. September 2005. Verantwortlich: Dr. Gabriele Gruber | Dr. Oliver Sandrock Naturgeschichte | Geologie-Paläontologie & Mineralogie Hessisches Landesmuseum Darmstadt Friedensplatz 1 D. 64283 Darmstadt Tel. 0 61 51 . 16 57 43 | 16 57 25 Öffnungszeiten: Di-Sa 10-17 Uhr, Mi 10-20 Uhr, So 11-17 Uhr Vortrag: Dr. Oliver Sandrock, "Die Evolution des Menschen" Mittwoch, 19. Oktober 2005, 18.30 Uhr Kontakt: Dr. Sybille Wüstemann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Tel. 0 61 51 . 16 57 79 URL dieser Pressemitteilung: http://www.idw-online.de/pages/de/news125353
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer Deutsch
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