idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
WJ2014


Teilen: 
05.03.2013 16:10

JAMES-Studie Schweiz: Harry, Bella & Co. sind bei Jugendlichen beliebt

Manuel Martin Corporate Communications
ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

    Die JAMES-Studie 2012 der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Swisscom fokussiert erstmals auch auf Medieninhalte: Titanic, Harry Potter oder How I met your mother führen die medialen Ranglisten der Jugendlichen an. Bei den Apps liegen WhatsApp und Facebook an der Spitze. Zudem wird deutlich: Der Kontakt mit problematischen Handy-Inhalten wie Pornofilmen oder brutalen Videos hat nicht zugenommen.

    Nachdem im Herbst 2012 erste Ergebnisse präsentiert worden sind, liegt nun die vollständige JAMES-Studie zum Medienverhalten von Schweizer Jugendlichen vor. Erstmals wurde auch ein Fokus auf Medieninhalte gelegt: So gaben die Jugendlichen Auskunft über ihre Lieblingsfilme, -bücher oder -apps. Im Rahmen dieser Studie der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Swisscom wurden zum zweiten Mal nach 2010 über 1000 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren befragt.

    Rihanna und Harry sind spitze

    Spitzenreiter unter den Fernsehserien ist bei den befragten Jugendlichen die amerikanische TV-Serie How I met your mother, gefolgt von der Trickfilmserie The Simpsons und Desperate Housewives. Fast die Hälfte der Schweizer Jugendlichen liest gerne Fantasy-Bücher. Die Lieblingslektüre der Befragten ist mit Abstand die Romanreihe Harry Potter. An zweiter Stelle folgt die Vampir-Saga Twilight. „Es zeigt sich, dass die Geschichten des Zauberlehrlings Harry Potter bei beiden Geschlechtern beliebt sind, während die Liebesgeschichte zwischen Bella und dem Vampir Edward in Twilight mehr von Mädchen gelesen wird“, sagt Medienpsychologe Daniel Süss, der die JAMES-Studie zusammen mit Gregor Waller leitet. Auch bei den Filmen liegen die Fantasy-Reihen weit vorne auf den Plätzen zwei und drei, angeführt wird die Rangfolge aber vom Filmklassiker Titanic, der als 3D-Version wieder in die Kinos kam. Auch der französische Kassenschlager Intouchables ist bei den Jugendlichen beliebt. Bei den Lieblingsfilmen und der Lieblingsmusik zeichnen sich – anders als bei TV-Sendungen und Büchern – weniger klare Favoriten von Titeln, Genres oder Interpreten ab. Angeführt wird die Musikrangliste von Rihanna, Eminem und DJ sowie Produzent David Guetta. Die Schweizer Musiker sind im mittleren Feld mit DJ Antoine vertreten, gefolgt mit Abstand von den Rappern Stress und Bligg sowie den Rockern von Gotthard.

    Mit Apps kommunizieren

    Drei von vier Schweizer Jugendlichen verfügen über ein Smartphone. Dies ist im internationalen Vergleich hoch: In Deutschland besitzt beispielsweise nur knapp die Hälfte der Jugendlichen ein Smartphone. Bei den Befragten stehen dabei zwei Apps hoch im Kurs: WhatsApp und die App von Facebook. „Neben der weiterhin stark verbreiteten SMS-Nutzung hat sich mit WhatsApp als beliebteste Smartphone-App der Jugendlichen ein zusätzlicher Kommunikationskanal etabliert, der einen Gruppen-Chat auf dem Handy ermöglicht“, erläutert der ZHAW-Forscher.
    Ein grosser Teil der Jugendlichen tauscht sich regelmässig über soziale Netzwerke im Internet aus: Drei Viertel nutzen diesen Kanal täglich oder mehrmals pro Woche. „Gut drei von vier Jugendlichen sind bei Facebook angemeldet, nur jeder zehnte beim zweitbeliebtesten Social Media-Kanal Twitter. Der mancherorts vermutete Mitgliederschwund von Facebook kann bei den Schweizer Jugendlichen nicht festgestellt werden“, sagt Süss. Das Bewusstsein zum Schutz eigener Daten auf sozialen Netzwerken hat hingegen stark zugenommen: 84 Prozent schützen private Details aktiv und rund zwei Drittel aktualisieren die Privatsphäre-Einstellung regelmässig.

    Digitale Gewalt und Pornografie nicht zugenommen

    Die negativen Erfahrungen im Netz haben gemäss Studie nicht zugenommen. 17 Prozent der Jugendlichen gaben an, im Internet einmal fertig gemacht worden zu sein, gleichviele wie 2010. Und nur gerade über drei Prozent wurde Beleidigendes im Internet verbreitet. Diese Tendenz zeigt sich auch beim Kontakt mit problematischen Handy-Inhalten wie Pornofilmen oder brutalen Videos: Die Zahl ist im Vergleich zu 2010 konstant geblieben. „Da problematische Inhalte nicht nur via Handy zirkulieren, müssen diese Phänomene in der familiären Erziehung und im Sexualkundeunterreicht beachtet werden“, ist der ZHAW-Forscher überzeugt.

    Vertiefte Inhalte in Themendossiers

    Die Inhalte der JAMES-Studie werden 2013 in Themendossiers vertieft ausgewertet. Darin werden unterschiedliche Aspekte analysiert und auf Fragen fokussiert wie beispielsweise Wie unterscheidet sich die Mediennutzung bei Jugendlichen mit unterschiedlichen Schulleistungen? Die Themendossiers werden unter http://www.psychologie.zhaw.ch/james veröffentlicht.


    Weitere Informationen:

    http://www.zhaw.ch/medien - Medienmitteilung und Studie
    http://www.psychologie.zhaw.ch/james - Hintergrundinformationen zur JAMES-Studie


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsergebnisse, Kooperationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).